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Christoph Dohr

aktualisiert
Mittwoch, 19.06.2019 15:03

I010

1961 | Klein-Cembalo (Modell S1) Klaus Senftleben (Buxtehude)

Einmanualiges Hausmusikinstrument (Kielinstrument-Zwitter) nach einer Konstruktions-Idee von Klaus Senftleben; auf Vorstecker: "Senftleben / Buxtehude". Seriennummer links hinten im Instrument, auf Stimmstock: 61 12 88 (Ziffern 1+2: Entstehungsjahr; Ziffern 3+4: Monat; Ziffern 5+6: lfd. Nummer; tel. Auskunft von Knut Michael Senftleben am 25. Juni 2007).

  • Die Korpusform [rechteckiger Grundriss] ist derjenigen eines miniaturisierten Virginals entlehnt;
  • lange Tastenhebel - die Springerreihe durchsticht nahe der Instrumentenrückwand den Resonanzboden;
  • akustisch im Vergleich zum Spinett "umgekehrter" Aufbau: Basssaiten liegen vorne;
  • hinterstimmig: Wirbel entlang der Instrumentenrückwand angeordnet;
  • Manual zentral vorgebaut nach Art der Cembalo-Bauweise;
  • Das Manual ragt aus Korpus hervor nach Art z.B. der Silbermannschen Spinette.
  • Breite: 1.000 mm (inkl. Deckel)
  • Tiefe: 570 mm
  • Korpushöhe (inkl. Deckel): 190 mm
  • Gesamthöhe 840 mm
  • Untertasten: 120 mm sichtbare Länge, Belag: dunkel gebeiztes Obstholz
  • Obertasten: 67 mm Länge, Belag: helles Obstholz
  • Stichmaß: 460 mm
  • Umfang: C – f3 = viereinhalb Oktaven
  • Materialmixspringer: Mittelteil und Zunge aus Holz, Flanken aus Kunststoff, Dämpferfilzhalter aus Blech; Lederplektren

Restaurierung 2006 durch J. C. Neupert, Bamberg

1 Register (8') + Lautenzug (fehlte bei Erwerb; im Rahmen der Restaurierung ergänzt; Teilung bei d1/es1 [auffallend unkonventioneller bzw. "unmusikalischer" Teilungspunkt]), vier konisch verlaufende Beine mit quadratischem Querschnitt; zweigeteilter Deckel: Tastenklappe und Korpusdeckel; Notenpult dient zugleich als Deckelaufsteller; original eng umsponnene Bassaiten.

Klaus Senftleben, geb. 01. April 1931, gest. 01. April 1986, ging bei Ammer in die Lehre; er bezeichnete das Instrument als „Klein-Cembalo“ (Modell S1); aufgrund dieser Instrumentenbezeichnung wurde in den 1950er-Jahren ein Prozess durch J. C. Neupert (Bamberg) gegen Klaus Senftleben angestrengt. Das „Klein-Cembalo“ gehört zu den ersten Instrumentenmodellen, die in der 1955 errichteten Werkstatt von Senftleben entstanden.

Die Firma Senfleben baute insgesamt ca. 900 Instrumente, wurde 1988 aufgelöst und erfuhr Mitte der 1990er Jahre die Zwangsversteigerung (tel. Information des Sohnes Knut Michael Senftleben im Dezember 2001; Knut S. hatte im väterlichen Betrieb die Lehre zum Klavier- und Cembalobaumeister absolviert; er war 1980 aus dem väterlichen Betrieb ausgeschieden und machte sich 1983 selbständig; vgl. www.klavier-cembalo.com).

Provenienz: Erwerb 2005 über ebay Deutschland.

Literatur:

  • John Henry van der Meer, Ein überblick über den deutschen Cembalobau, in: Hermann Moeck (Hg.), Fünf Jahrhunderte deutscher Musikinstrumentenbau, Celle 1987, S. 235-262, hier S. 249
  • Jan Großbach, Atlas der Pianonummern, 9. Aufl. Frankfurt/Main 1999, S. 273.