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Christoph Dohr

aktualisiert
Mittwoch, 19.06.2019 15:03

I011

1830 (ca.) | Hammerflügel Joseph Baumgartner o. Nr.

Hammerflügel Joseph Baumgartner 1830 - Gesamtschau Hammerflügel Joseph Baumgartner 1830 - bei J. C. Neupert Bamberg
Hammerflügel Joseph Baumgartner 1830 - Schild auf Vorstecker Hammerflügel Joseph Baumgartner 1830 - akustische Anlage
Die Bilder zeigen das Instrument vor und während der letzten Restauration.

Kurzcharakteristik: Sehr dekorativer Hammerflügel (Palisanderholz), undatiert, ohne Nummer. Sehr stabile, große und schwere Holzkonstruktion aus der Zeit, kurz bevor aufgrund des immer höher werdenden Saitenzuges Spreizen und gusseiserne Rahmen in den Klavierbau eingeführt wurden. Im Diskant befindet sich direkt am Stimmstocksteg ein Kapodaster, um das Herausschlagen der Saiten aus der Schränkung zu vermeiden und damit die Sauberkeit des Klanges zu fördern. Der Flügel befindet sich in konzertmäßig spielbarem Zustand (Restauration Metz, Regensburg ca. 1990 [Stimmton 392 Hz.], neuer Bezug [Stimmton 430-440 Hz.] durch J. C. Neupert Bamberg 2003).

Messinggerahmtes Papierschild: "Joseph Baumgartner / München". Dahinter verborgen eingeklebtes Papierschild: "Wilh. Scherner & Sohn / Pianofortemagazin / München Landwehrstraße 39/0"

Joseph Baumgartner war vielleicht bei Louis Dulcken (München) in der Lehre, bevor er zehn Jahre bei Ignaz Pleyel (Paris) arbeitete. In München nachweisbar ist Baumgartner von 1816 bis 1845. Neben dem Instrument der Sammlung Dohr sind lediglich zwei weitere Baumgartner-Hammerflügel bekannt: Das Instrument ist wohl älter als das im Deutschen Museum München erhaltene Schwesterinstrument, da es nicht wie jenes im Diskant die patentierte vierchörige Besaitung (Patente von 1830 bzw. 1831) aufweist. Ein weiteres Instrument befindet sich in der Städtischen Instrumentensammlung München.

  • Länge: 242 cm
  • Breite: 142 cm
  • Umfang: C1 bis g4 (sechseinhalb Oktaven)
  • 2 Pedale (Verschiebung, Dämpfungsaufhebung)
  • Wiener Mechanik (Prellzungenmechanik) in der Streicherschen Modifkation, mit belederten Hammerköpfen, Kastendämpfung
  • Bezug zweichörig Messing C1 bis E1; dreichörig Messing F1 bis G, Rest dreichörig Stahl

Provenienz: Erwerb aus Privatbesitz, Kötzting/Bayerischer Wald.

Literatur:

  • Pierce Piano Atlas, 8. Aufl. Termino/CA 1982, S. 26
  • Hubert Henkel: Münchens Hammerklavierbau im 18. und frühen 19. Jahrhundert. In: Deutsches Museum: Wissenschaftliches Jahrbuch 1992/93, München 1993, S. 75-106
  • Hubert Henkel, Besaitete Tasteninstrumente (Kat. Slg.d. Deutschen Museums München), Frankfurt 1994, S. 154f.
  • Martha Novak Clinkscale: Makers of the Piano, 1820-1860. Oxford: Oxford University Press 1999, S. 23f.
  • Hubert Henkel, Art. „Baumgartner, Joseph“, in: ders., Lexikon deutscher Klavierbauer, 1. Aufl. Frankfurt/Main 2000, S. 40f.