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Mittwoch, 19.06.2019 15:03

I055

1832 | Clavichord Maendler-Schramm (München) #281

Clavichord Maendler & Schramm 1932 - geschlossen Clavichord Maendler & Schramm 1932 - spielbereit
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Name auf Vorstecker Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Detail
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Seriennummer mit Fehler Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Detail
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Resonanzboden und Klangsteg Clavichord Maendler & Schramm 1932

  • Name in einer kursiven Groß-/Kleinschrift auf Vorstecker: "Maendler-Schramm München" (einzeilig)
  • Breite: 1470 mm
  • Tiefe: 540 mm
  • Korpushöhe (mit Deckel): xxx mm
  • Gesamthöhe Instrument (bei geschlossenem Deckel): 790 mm
  • Gewicht 45 kg
  • Untertasten: xxx mm sichtbare Länge (vordere Länge: xx mm), Belag:
  • Obertasten: 80 mm Länge, Belag:
  • Stichmaß: xxx mm
  • Umfang: G1 - f3 = 4 7/8 Oktaven
  • G1 - E einchörig, F - f3 zweichörig besaitet
  • Instrumenten-Seriennummer rechts innen in die Korpuswand eingeschlagen: [1]281. Bei der führenden" Ziffer "1" handelt es sich wohl um einen Schlagfehler, da die Ziffern kopfüber in die Korpuswand einzuschlagen waren. Die Nummer "281" ergibt sich zudem zweifelsfrei durch ein bekanntes Schwesterinstrument mit der Nummer" "280", das die Mechanik-Nummer 198190 aufweist (Aufstellung: siehe hier), und durch die Tatsache, dass Maendler-Schramm insgesamt nur wenig mehr als 600 Instrumente fertigte.

Maendler-Schramm stellte (laut der Übersicht bei Focht, siehe Literatur) rund sieben verschiedene Clavichord-Modelle, mindestens fünf verschiedene Spinett-Modelle, mehr als 13 Cembalo-Modelle, zwei Pedal-Cembali und mindestens einen Hammerflügel-Typ her. Bei vielleicht etwas mehr als 600 produzierten Instrumenten insgesamt betrug also die durchschnittliche "Serie" wenig mehr als 20 Instrumente, wobei von sehr großen Schwankungen auszugehen ist.

Nach den vorliegenden Prospekten (siehe Quellen) bot Maendler-Schramm mindestens sieben verschiedene Klavichord-Typen an; im Vergleich zu Mitbewerbern sind die Instrumentenbezeichnungen recht nüchtern - "man kauft eine Breitenangabe":

  • Tischclavichord Mod. 97 (C-f3), durchgängig einchörig, 97 x 34 x 10,5 cm (Katalog ca. 1955).
  • Tischclavichord Mod. 105 (C-f3), auch mit Beinen erhältlich, durchgängig einchörig, 105 cm breit (Katalog ca. 1955).
  • Clavichord Mod. 121 (C-f3), durchgängig zweichörig, 121 cm breit (Katalog ca. 1955).
  • Clavichord Mod. 119 (C-f3), durchgängig zweichörig, 119 x 47 x 75 cm (Katalog ca. 1925).
  • Clavichord Mod. 131 (F1-f3), auch ohne Beine erhältlich, Bass ein-, Rest zweichörig, 131 x 47 x 72 cm (Katalog ca. 1925).
  • Clavichord Mod. 145 (F1-f3), Bass ein-, Rest zweichörig, 145 x 53 x 78 cm (Kataloge ca. 1925 und ca. 1955).
  • Clavichord Mod. 147 (G1-f3), Bass ein-, Rest zweichörig, 147 x 54 x 79 cm (Katalog ca. 1925).

Bei diesen Instrumenten handelt es sich nicht um Kopien historischer Tasteninstrumente, sondern um konstruktive Eigenentwicklungen von Karl Maendler. Das Instrumente "Modell 147" der Sammlung Dohr weist u.a. folgende Besonderheiten auf:

  • Mechanik als Klaviatur-Schublade ausgebildet. Die Schublade lässt sich nach Entfernung der vorderen Leiste (von unten abgeschraubt), des Vorsteckers (mit Stahlfeder gehalten) und Lösung zweier die Schublade fixierender Schrauben herausziehen.
  • Die Tangenten sind mit Langloch (und damit in Tastenrichtung verschiebbar) auf die Tastenhebel geschraubt. Die Tangenten sind nach der Verschraubung in die Senkrechte gebogen und danach um 90 Grad um ihre Längsachse gedreht. Am hinteren Ende der Anschlagsfläche jeder Tangente befindet sich eine ca. 1 mm hohe kaminartige Erhöhung, die als "Saitenfänger" fungiert und ein Abrutschen der angeschlagenen Saiten von der Tangente verhindert.
  • Klaviaturschublade bzw. Mechanik - wie bei allen bekannten Clavichorden von Maendler-Schramm - von der Fa. Wilh. Schäuffele /" Stuttgart S, Fangelsbachstr. 5 gefertigt (# 198192).
  • Notenaufsatzleiste am Vorstecker befestigt, übriges Notenpult am Korpusdeckel anhängend.
  • Instrumentendeckel ungeteilt, mit angehängter Tastenklappe und angehängtem Notenpult.
  • seltener Ambitus von vier Oktaven und einer kleinen Septime (G1 - f3)
  • links oben im Instrument befindet sich ein hölzernes, eingeschraubtes Brett, das den Saitenanhang verdeckt und zugleich die Auslenkung der angeschlagenen Saiten nach oben begrenzt, indem es mit seiner Vorderkante knapp hinter der Anschlagslinie der Tangenten endet. Es wirkt zugleich als Dämpfer für den ungestimmten Teil des Bezuges. Im Vergleich zu historischen bzw. Clavichorden anderer Erbauer führt Maendler diese Leiste nicht unmittelbar entlang der Anschlagsleiste, sondern mit einigem Abstand, so dass sehr gut eine "Bebung" durch changierenden Tastendruck zu erzeugen ist.

Voreigentümer: Aus dem Nachlass des bedeutenden Münchner Musikkritikers, Musikwissenschaftlers und Komponisten Anton Würz (geb. 14. Juli 1903, gest. 1. Dezember 1995, Autor des in 23. Auflage immer noch erhältlichen "Reclams Operettenführers") erworben von Kammersänger Prof. Jan-Hendrik Rootering.

Restaurierungen: unrestauriert, original erhalten, voll spielbar.

Linktipps:

Quellen: Prospekte der Fa. Maendler-Schramm o.J. (ca. 1925 und ca. 1955), Nachlass Kurt Wittmayer, Wolfratshausen.