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Dienstag, 10.09.2019 9:40

I075

1880 (ca.) | Konzertklavier Klems, Düsseldorf

"Johann Bernhard Klems (*19. November 1812 in Waltrop; †24. September 1872 in Düsseldorf) war ein deutscher Klavierbauer des 19. Jahrhunderts. Klems kam 1836 nach Wien, um dort seine Lehrlings- und Gesellenzeit bei Streicher, einem der damals bedeutendsten Klavierbauer zu absolvieren. Bereits 1840 eröffnete er in Düsseldorf eine eigene Klavierbauwerkstatt. Dort stellte er zunächst Instrumente her, die sich an der Wiener Klavierbautradition (Wiener Mechanik) orientierten. Wenig später übernahm er wesentliche Neuerungen des zu dieser Zeit führenden französischen Instrumentenbauers Erard. Schon nach kurzer Zeit konnte er sich einen hervorragenden Ruf als Klavierbauer erwerben. Bereits zehn Jahre nach Gründung seiner Düsseldorfer Werkstatt waren Klems-Instrumente in Musikerkreisen außerordentlich geschätzt.

Insbesondere in Verbindung mit Robert Schumann wird Klems häufig genannt. Im Herbst 1850 kam der Komponist nach Düsseldorf, um seine neue Stellung als Städtischer Musikdirektor anzutreten. Eine enge Verbindung zwischen dem Ehepaar Schumann und Johann Bernhard Klems ist ab Winter 1850 nachweisbar. Durch zahlreiche Nennungen und Kommentare in den Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen der Schumanns wirkt Klems´ Name bis heute fort. Wie sehr Robert Schumann dessen Instrumente geschätzt hat, zeigt sich in der Tatsache, dass er seiner Frau im Jahre 1853 einen Klems-Konzertflügel zum Geburtstag schenkte. Noch 1866 ließ sich Clara Schumann einen neuen Flügel in ihr inzwischen nach Baden-Baden verlegtes Domizil liefern. Clara Schumann, die berühmteste Pianistin ihrer Zeit, war nur höchst selten mit den ihr zur Verfügung gestellten Klavieren zufrieden. über lange Jahre bevorzugte sie die Instrumente des Düsseldorfer Klavierbauers für ihre Konzerte und sprach Freunden, Bekannten und Schülern gegenüber zahlreiche Empfehlungen für diese aus (sie „wüßte von deutschen Instrumenten sonst doch keine zu empfehlen“, wie sie einer Freundin schrieb). ähnliches ist häufig auch aus Rezensionen ihrer Konzerte zu erfahren.

Johann Bernhard Klems pflegte neben der Verbindung zu Robert und Clara Schumann noch weitere Kontakte zu einflussreichen Musikern seiner Zeit. Mit Johannes Brahms, der ab 1854 für einige Jahre in Düsseldorf lebte, verband ihn zeitlebens eine freundschaftliche Zugetanheit. Weitere bedeutende Komponisten, die auf Klems-Instrumenten musizierten, waren Felix Mendelssohn Bartholdy, Ferdinand Hiller, Theodor Kirchner und Max Bruch.Nicht zuletzt durch seine geschickte Geschäftspolitik konnte er seiner Firma auch durch die Vermittlung berühmter Komponisten und Pianisten im In- und Ausland einen großen Bekanntheitsgrad sichern. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Edmund die Firma. Die Bedeutung und Produktivität des Klems´schen Unternehmens unterstreicht die Tatsache, dass im Jahre 1880 immerhin 40 Arbeiter etwa 300 Instrumente anfertigten. Dennoch wurde die Klavier- und Flügelproduktion um die Jahrhundertwende eingestellt." (Wikipedia)

Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf
Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf Konzertklavier Klems o.Nr. (ca. 1880), Düsseldorf

 

Kurzcharakteristik

  • großes deutsches "Konzertklavier" mit Elfenbein-Untertasten, reichem Schnitzwerk, Kassettierung und Messing-Applikationen.
  • Signierung in der Tastenklappe "Klems" - keine Seriennummer.
  • Unterdämpfung, geradsaitiger Bezug, zwei Pedale
  • Generalüberholung ca. 2000 durch Trierer Klavierbauer, dabei Verwendung zu starker moderner Saiten; neue Wirbel, neue Hammerköpfe, neue Dämpfung.
  • erneute Generalüberholung ca. 2014 durch Egon Zähringer, Köln: Verwendung historischen Saitenmaterials, Fixierung des gelösten Stimmstocks; Gangbarmachung und Regulierung der Mechanik.

Voreigentümer: Schenkung November 2013 Familie Reiff, Luxemburg in nicht spielbarem Zustand.

Literatur:

  • Hubert Henkel, Art. "Klems", in: ders., Lexikon deutscher Klavierbauer, 1. Aufl. Frankfurt/Main 2000, S. xxxf.
  • Jan Großbach, Atlas der Pianonummern, 9. Aufl. Frankfurt/Main 1999, S. xxx
  • Florian Speer: Ibach und die Anderen. Wuppertal 2002